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„Stop – dein Hamster braucht eine Pause.“

Schon wieder am Rotieren? Vielleicht ist es an der Zeit, aus dem Hamsterrad auszusteigen – zumindest für einen Moment. Du bist hier, also gönn dir eine kleine Auszeit. Lies den Beitrag, lass deine Gedanken kreisen (aber bitte nicht so hektisch wie der Hamster) und nimm dir die Zeit, die du verdient hast.

 

Denn manchmal reicht ein kurzer Stopp, um die Richtung zu ändern – oder einfach mal zu lachen, bevor es weitergeht.

 

Also: Füße hoch, Kopf an, Hamsterrad aus. Los geht’s!

Guten Morgen, mutig! – Warum wir seit Corona eigentlich alle ein bisschen mehr Selbstverantwortung bräuchten (aber lieber noch kurz snoozen)

  • Autorenbild: Fee
    Fee
  • 25. Apr.
  • 5 Min. Lesezeit

Guten Morgen, Gesellschaft. Schön, dass du wieder da bist. Also… halbwegs. Seit Corona ist vieles anders – nur leider nicht unbedingt das, was hätte anders werden sollen.

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Wir reden viel über Resilienz, Achtsamkeit und mentale Gesundheit – doch zwischen Zoom-Müdigkeit, Weltuntergangsgefühlen und der permanenten Angst, etwas zu verpassen, stellt sich die Frage: Sind wir wirklich bewusster geworden – oder einfach nur besser im Jammern mit WLAN?



Die Gesellschaft nach Corona – was Studien sagen



Wer gehofft hatte, dass eine weltweite Pandemie uns kollektive Weisheit, Demut oder wenigstens ein bisschen mehr Zusammenhalt beschert – darf sich jetzt offiziell enttäuscht fühlen. Die Realität sieht eher so aus: Wir haben gelernt, wie man sich mit acht Tabs gleichzeitig ablenkt, sich per Teams-Call emotional distanziert und dabei trotzdem „psychisch belastet“ wirkt. Herzlichen Glückwunsch, Gesellschaft. Wir haben das Survival-Badge in digitalem Funktionieren freigeschaltet – Empathie leider nur als kostenpflichtiges Add-on.


Doch was sagen eigentlich die Studien?


Laut dem „Freizeit-Monitor 2023“ verbringen Menschen heute deutlich mehr Zeit zu Hause als vor Corona – Tendenz: hermetisch. Freunde treffen, Kultur erleben, sich mit der Realität auseinandersetzen? Nur wenn’s keine Menschenmenge ist, keinen Aufwand bedeutet und idealerweise in unter 90 Sekunden konsumierbar. Die neue Freizeitformel lautet: Innenraum + WLAN = Sicherheit.


Auch die Sinus-Studie zeigt, dass Vertrauen in Institutionen weiter sinkt, während das Bedürfnis nach individueller Kontrolle steigt. Freiheit, ja gern – aber bitte ohne Unwägbarkeiten. Und mit Rückgaberecht.

Was bleibt, ist eine Gesellschaft im Selbstschutzmodus: emotional, sozial und manchmal sogar intellektuell.


Die psychologische Forschung ergänzt: Einsamkeit hat zugenommen, besonders bei jungen Erwachsenen und älteren Menschen. Wir leben in einer Welt, in der man theoretisch mit jedem reden könnte – aber praktisch lieber ghostet, bevor es zu real wird.


Und ja – es gibt auch Fortschritte. Mehr Offenheit für mentale Gesundheit. Mehr Reden über Belastung. Aber eben auch mehr Feel-Good-Overload und die gefährliche Illusion, dass es reicht, sich selbst „zu lieben“, während man kollektiv die Fähigkeit zur Auseinandersetzung verlernt.


Vielleicht haben wir nicht zu wenig Mut – sondern zu viele Filter.


Die neue Mutlosigkeit



Mut war früher mal das, was man hatte, wenn man gegen den Strom schwamm, für eine Sache einstand oder bei Tischgesprächen sagte, was man wirklich dachte – auch wenn Tante Gisela daraufhin beleidigt das Besteck fallen ließ. Heute? Ist Mut, wenn man bei Instagram nicht auf „Story posten“ klickt, obwohl man eine kritische Meinung hat. Oder wenn man in einem Meeting sagt:

„Ich sehe das anders.“

– und damit die eigene Karriere in eine Warteschleife mit Chopin-Hintergrundmusik schickt.


Trotz aller großen Rufe nach Veränderung und der allgegenwärtigen Selbstoptimierungsrhetorik hat sich ein erstaunlich wirksames Prinzip etabliert: Vermeidungsverhalten mit moralischem Anstrich. Wir kritisieren „die Gesellschaft“ – aber möglichst passiv. Wir sehnen uns nach Sicherheit – am liebsten in der Komfortzone, nachhaltig gepolstert mit Gleichgesinnten und exakt austariertem Diskursklima.


Studien wie die der Bertelsmann Stiftung zeigen: Das Bedürfnis nach Stabilität ist seit Corona gestiegen – ebenso wie die Angst vor Spaltung, Ausgrenzung und Kontrollverlust. Und während die Welt sich weiterdreht, dreht sich der eigene Kompass gern nur noch um die Frage: „Darf ich das überhaupt sagen?“

Spoiler: Ja. Aber es könnte sein, dass jemand es nicht gut findet. Und das ist… menschlich. Nicht gefährlich.


Doch in einer Zeit, in der man zwischen Empörung und Applaus nur noch Millisekunden hat, bevor die Kommentarspalte explodiert, ist echte Meinungsäußerung zur Mutprobe geworden. Nicht etwa, weil wir nichts zu sagen hätten – sondern, weil wir gelernt haben, dass man für alles gecancelt werden kann. Auch für Dinge, die man vor fünf Jahren in einem anderen Bewusstseinszustand auf Twitter geschrieben hat. (Ruhig mal durchatmen – das tun die Algorithmen schließlich auch nicht.)


Was daraus entsteht, ist ein paradoxes Konstrukt: Wir wollen Veränderung – aber bitte ohne Risiko. Wir wollen neue Wege – aber mit zertifizierter Wegbeschreibung.

Und am besten ohne Gegenwind.


Das klingt nicht nach einer mutigen Gesellschaft. Sondern nach einer, die sich selbst in Watte gepackt hat – aus Angst, jemand könnte das Etikett „falsch“ draufkleben.



Der Bedarf an kollektivem Umdenken



Was uns fehlt, ist kein Mut zur Veränderung – sondern die Bereitschaft, sie auch auszuhalten. Und das beginnt oft nicht mit einem großen Statement auf Social Media, sondern mit der leisesten aller Revolutionen: Ehrlichkeit.

Nicht die glattgefilterte Version, die sich gut in Story-Highlights macht. Sondern die unbequeme Art, die sagt:

„Ich weiß es gerade nicht. Ich bin überfordert. Oder – ich hab da eine andere Sicht.“


Wir verwechseln Lautstärke gern mit Klarheit. Meinung mit Haltung. Präsenz mit Substanz. Dabei ist echter Mut oft erstaunlich leise. Er beginnt da, wo man nicht reflexartig liked, postet oder zustimmt – sondern innehält, prüft, fragt.

Manchmal reicht es schon, einen Gedanken zu Ende zu denken, bevor man ihn auf Instagram teilt. Mut 2.0.


Was wir brauchen, ist nicht mehr Meinung – sondern mehr Dialogfähigkeit. Die Bereitschaft, nicht jedes Gegenüber als potenziellen Angreifer zu sehen. Sondern als Spiegel, als Reibungspunkt, als Einladung zur Reflexion.

Aber das bedeutet auch: Verantwortung übernehmen. Nicht für die ganze Welt – aber für das, was man selbst in sie hineingibt. Für Worte. Für Reaktionen. Für das eigene Verhalten, das so viel lauter ist als jeder Post.


Eigenverantwortung klingt für viele inzwischen fast schon verdächtig. Es klingt nach „selber denken“, nach „Fehler einräumen“ – und nach dem Ende der Ausrede, dass immer „die anderen“ schuld sind.

Aber genau da liegt die Chance:

Wirklicher gesellschaftlicher Wandel entsteht nicht durch Empörung, sondern durch Entwicklung. Nicht durch Zuschreibungen, sondern durch echtes Zuhören. Nicht durch Performanz, sondern durch Präsenz.


Vielleicht ist es also Zeit für eine neue Art von Mut: den, sich selbst nicht ständig zu rechtfertigen. Den, eine Meinung zu haben, ohne sie missionarisch zu verbreiten. Den, sich irritieren zu lassen – ohne die Beziehung zu beenden.


Oder um es modern zu sagen:

“Weniger Reels – mehr Real.”


Wach auf, Gesellschaft. Wir sind schon mittendrin.



Es braucht keinen weiteren 7-Schritte-Reel zur Selbstverwirklichung. Keine neue Morgenroutine, bei der man erst 43 Affirmationen aufsagen muss, bevor man Kaffee trinken darf. Was es braucht? Ehrliche Nähe zu sich selbst.

Und die ist unbequem. Denn sie fragt nicht: „Was könnte ich posten?“, sondern: „Was fühle ich gerade – wirklich?“


Seit Corona hat sich etwas verschoben. Nicht nur gesellschaftlich, sondern im Miteinander. Diese kleinen Gesten – ein “Bitte”, ein “Danke”, ein freundliches “Hallo” beim Bäcker – sie sind seltener geworden.

Stattdessen: Misstrauen im Blick. Rückzug im Verhalten. Aggression in Kommentarspalten. Und eine permanente Grundspannung, die sich wie ein unsichtbarer Vorhang zwischen die Menschen gelegt hat.

Manchmal fühlt es sich an, als wäre die Menschlichkeit in Quarantäne geblieben, während wir längst wieder reisen dürfen.


Das Problem ist nicht der Mangel an Angeboten zur Selbstoptimierung. Davon gibt’s genug.

Das Problem ist, dass viele gar nicht mehr wissen, wie man reflektiert.

Weil das Innenleben übertönt wird von außen. Weil „Du musst…“-Content leichter zu konsumieren ist als echte Selbsterkenntnis.

Weil es bequemer ist, die Schuld im Außen zu suchen, als im eigenen Inneren aufzuräumen.


Und doch: Genau dort beginnt Veränderung.

Nicht im perfekten Reel. Nicht in der schönsten Morgenroutine. Sondern in dem Moment, in dem du sagst:

„So bin ich gerade. Nicht ideal – aber ehrlich.“


Resilienz heißt nicht, alles wegzulächeln. Es heißt, das Leben zu spüren – mitsamt seinen Brüchen, seiner Schwere, seinem Trotz.

Und dann zu sagen:

„Ich wachse. Nicht für Likes, nicht für andere – sondern für mich.“


Die Wahrheit ist: Wer bei sich ist, muss niemanden mehr verurteilen, um sich selbst sicher zu fühlen.

Und wer andere wirklich sieht, projiziert keine Angst – sondern Mitgefühl.

Vielleicht ist das der mutigste Schritt, den eine Gesellschaft gehen kann: zurück zu sich selbst.


Ohne Filter. Ohne Mission.

Aber mit Haltung.

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